Pessach: Nicht nur ihre Geschichte – sondern auch unsere
- 1. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
In den sozialen Medien stieß ich auf eine Nachricht, in der es hieß, der Auszug aus Ägypten sei nicht nur eine jüdische Geschichte, sondern eine Botschaft für die ganze Welt.
Das hat mich zum Nachdenken angeregt, denn Pessach ist oft etwas, das wir „aus der Ferne“ betrachten. Etwas, das dem jüdischen Volk gehört. Ihre Geschichte, ihre Befreiung.
Aber stimmt das wirklich vollständig?
Als Haschem das Volk Israel aus Ägypten führte, tat er mehr, als nur ein Volk aus der Sklaverei zu befreien. Er zeigte der gesamten Menschheit etwas: dass kein Mensch zur Sklaverei geschaffen ist, dass kein einzelner „Pharao“ das letzte Wort hat und dass es nur einen König über alles gibt.
Für uns Noachiden hat das eine tiefere Bedeutung, als uns manchmal bewusst ist.
Wir müssen nicht physisch an einem Seder-Tisch sitzen, um die Botschaft des Pessachfestes zu empfangen. Derselbe Gott, der Israel erlöste, ist auch unser Gott. Derselbe Gott, der das Schreien aus Ägypten hörte, hört auch unsere Stimme, und vielleicht das Außergewöhnlichste von allem:
Dieselbe Kraft, die einst das Meer teilte, wirkt auch heute noch in unserem Leben.

Mitzrayim bedeutet wörtlich „enge Orte“ – ein Ort der Einschränkung, des Drucks oder der Enge. Und ehrlich gesagt, wissen wir das alle.
Momente, in denen alles festzustecken scheint. Wenn es keinen Ausweg zu geben scheint. Wenn der Druck wächst und man nicht mehr weiterweiß. Oder Momente, in denen wir in Mustern, Süchten oder Verhaltensweisen gefangen sind, von denen wir uns nur schwer befreien können – das ist unser persönliches „Ägypten“.
Das Pessachfest lehrt uns etwas Wesentliches:
Genau dort, in dieser Not, in diesem Moment ohne Ausweg, erscheint Haschem.
Nicht immer so, wie wir es erwarten, und nicht immer mit großen Wundern wie damals in Ägypten. Aber auf eine Weise, die den Lauf der Dinge verändert.
Manchmal subtil, aber immer genau im richtigen Moment.
Vielleicht ist das der Grund, warum die Geschichte von Pessach weltweit weiterhin erzählt wird. Nicht nur, um sich an die damaligen Ereignisse zu erinnern, sondern auch, um uns zu zeigen, was auch heute noch geschieht.
Denn Befreiung ist kein einmaliges Ereignis. Sie ist ein Prozess, der sich immer wiederholt. Im Großen, wie in der Gesellschaft, oder im Kleinen, in unserem persönlichen Leben. Sogar in der Geschichte und in unseren Herzen.
Das Pessachfest lädt uns ein, zu vertrauen. Weiterzugehen, auch wenn sich das Meer noch nicht geteilt hat. Und zu wissen:
Der Weg öffnet sich… oft erst, wenn man schon unterwegs ist.
Chag Pesach sameach!
Verfasst von Sarah
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